360

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360 ist ein ebenso modernes wie elegantes Geflecht aus hoffnungsvoller Liebe und traurigen Schicksalen, wobei die Protagonisten in verschiedenen Städten bzw. weit von einander existierenden Ländern leben.

Ungeachtet dessen werden ihre kleinen Welten durch eine lebendige, spannende und sehr bewegende Erzählweise eng miteinander verbunden und das wiederum fordert beim Zuschauer höchst vergnügliche Konzentration ein, um am Ende nicht den Überblick zu verlieren.

360, Filmkritik

Inspiriert von Arthur Schnitzlers nicht unumstritten Meisterwerk „Der Reigen“ und vor dem Hintergrund der weltweiten Banken- und Finanzkrise, des Dominoeffektes des Arabischen Frühlings und der grenzüberschreitenden Bedrohungen durch Grippe-Pandemien und Währungsinstabilitäten zeigt der brasilianische, Oscar-nominierte Ausnahmeregisseur Fernando Meirelles (CITY OF GOD, DER EWIGE GÄRTNER) in dem Film 360 mit bestechender Klarheit, wie eng bzw. im Grunde schon jetzt untrennbar die Welt zusammengewachsen ist.

Oder kurz und knapp: Absolut gut in Szene gesetzt und damit sehr ansehenswert!

360

Beginnend in Wien spinnt das Drama seine faszinierenden, ineinander verflochtenen Geschichten bis nach Paris, London, Bratislava, Rio de Janeiro, Denver und Phoenix weiter.

Die einfache Entscheidung eines Mannes in seiner Ehe nicht fremd zu gehen, löst eine Kette von Ereignissen aus, die rund um den Globus mal sehr subtile, mal hochdramatische Folgen nach sich ziehen und den Zuschauer am Ende dorthin zurückführen, wo 360 seinen Anfang genommen hat.

360, Besetzung

Besetzt wurde das cineastische Meisterwerk 360 mit nicht minder meisterlichen Darstellern wie den Oscar-Gewinnern Anthony Hopkins (EIN PERFEKTES VERBRECHEN, THOR), Rachel Weisz (DER EWIGE GÄRTNER) sowie Jude Law (MY BLUEBERRY NIGHTS).

Aber auch Shootingstar Ben Foster (THE MESSENGER – DIE LETZTE NACHRICHT) oder Leinwandgrößen wie dem Franzosen Jamel Debbouze (DIE FABELHAFTE WELT DER AMÈLIE), der Britin Marianne Jean-Baptiste (LÜGEN UND ANDERE GEHEIMNISSE), der Russin Dinara Drukarova (GAINSBOURG – DER MANN, DER DIE FRAUEN LIEBTE), der Israeli Mark Ivanir (SCHINDLERS LISTE) und Moritz Bleibtreu (SOUL KITCHEN, GOETHE!) bilden in 360 ein beeindruckendes internationales Star-Ensemble.

360, Bilder

360, Filminhalt

Durchzogen von hoffnungsvollen, wunderschönen und romantischen Momenten, die ebenso gespickt sind von Verzweiflung, Missverständnissen und Widersprüchen, erlebt trotz aller „Verbundenheit“  jeder der Protagonisten seine eigene emotionale und packende Geschichte:

Eine wunderschöne slowakische Frau steht in einem behelfsmäßigen Fotostudio und blickt nervös einem neuen Abschnitt in ihrem Leben entgegen. Während Mirka (Lucia Siposovà) sich von dem schmierigen österreichischen Zuhälter Rocco (Johannes Kirsch) für ihr Online-Profil als Escortdame fotografieren lässt, beobachtet ihre Schwester Anna (Gabriela Marcinkova), die ihre Nase fast immer in einem Buch stecken hat, die Sache schweigend und skeptisch aus dem Hintergrund.

Michael Daly (Jude Law), ein britischer Geschäftsmann, soll in Wien eigentlich Mirkas erster Kunde sein. Doch gerade, als er sie treffen will, lenkt ihn ein deutscher Kollege (Moritz Bleibtreu) ab, der gemeinsame Geschäfte besprechen will und…Michael „geht nicht fremd“.

Als er nach London zu seiner Frau Rose (Rachel Weisz) und der gemeinsamen kleinen Tochter zurückkehrt, weiß er nichts davon, dass Rose selbst gerade erst eine leidenschaftliche Affäre mit dem jungen brasilianischen Fotografen Rui (Juliano Cazarrè) beendet hat.

In Paris ringt derweil ein aus Algerien stammender, einsamer Witwer (Jamel Debbouze) mit den Gefühlen für seine verheiratete Angestellte, eine Russin namens Valentina (Dinara Drukarova). Selbst seinen muslimischen Glauben stellt er infrage und sucht deswegen Hilfe sowohl bei seinem Imam als auch bei einer Therapeutin, um für sich die richtig Entscheidung treffen zu können.

Mit gebrochenem Herzen betrinkt sich Laura (Maria Flor) auf ihrem Flug Richtung Heimat und kommt mit einem älteren Mann (Anthony Hopkins) ins Gespräch, der neben ihr sitzt. Er erzählt ihr, dass seine Tochter seit vielen Jahren verschwunden ist und er nach Phoenix reist, um dort die Leiche einer jungen Frau zu identifizieren, die ihrer Beschreibung entspricht. Ein gewaltiger Schneesturm allerdings lässt die beiden in Denver stranden, weil alle Weiterflüge gestrichen werden.

Unter den Hunderten von Passagieren am Flughafen befindet sich auch Tyler (Ben Forster), der als verurteilter Sexualstraftäter gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurde und auf dem Weg in eine Resozialisierungseinrichtung ist. Der ungewohnte Aufenthalt in der Öffentlichkeit unter all den Menschen macht ihn nervös, sodass er seine Gefängnispsychologin Fran (Marianne Jean-Baptiste) anruft und um Hilfe bittet.

Valentina ist seit Langem unglücklich in ihrer Ehe, und ohne dass es ihr aus Algerien stammender Boss ahnt, empfindet sie für ihn genauso wie er für sie. Als sie von einem Besuch bei ihrer Schwester in Phoenix nach Paris zurückkommt, organisiert ihr russischer Ehemann Sergei (Vladimir Vdovichenkov) gerade eine Geschäftsreise für seinen reichen Boss (Mark Ivanir), bei der er dessen Waffe mit dem Auto nach Wien bringen, ihn vom Flughafen abholen und eine Eskortdame buchen soll.

Während er in Wien im Auto vor einem Hotel wartet, lernt Sergei eine junge Frau kennen, die lesend auf einer Parkbank sitzt. Die beiden entdecken sofort ihre gemeinsame Wellenlänge …


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Prokino

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