COSMOPOLIS

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Robert Pattinson spielt in dem Thriller COSMOPOLIS, eine Adaption nach dem gleichnamigen Bestseller von Don DeLillos, ein Finanzgenie, dessen Karriere kurz vor dem Absturz steht und dessen Paranoia jedoch dafür um so schneller die Oberhand gewinnt.

Don DeLillo

Der Autor ist einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. 1971 erschien sein erster Roman „Americana“. Es folgten: „Die Namen“ (1982), „Sieben Sekunden“ (1991), „Unterwelt“ (1997), „Bluthunde“ (2000), „Körperzeit“ (2001) und 2003 schließlich „Cosmopolis“. Don DeLillo wurde mit dem National Book Award und dem Faulkner Award geehrt.

COSMOPOLIS

[ Der Roman COSMOPOLIS wirft einen schonungslosen Blick ins Innere der aufgeheizten Geldkultur und des hemmungslosen Spekulantentums der neuen Märkte am Beginn des 20. Jahrhundert. Mit virtuellen Valutaverschiebungen werden Milliarden gescheffelt und Finanzimperien für einen Tag aufgebaut, um im nächsten Moment zu kollabieren und dabei ganze Volkswirtschaften in den Abgrund zu reißen… ]

COSMOPOLIS, Filmkritik

Man kann den Regisseur David Cronenberg verstehen – er suchte für COSMOPOLIS einen Protagonisten, der sowohl die Figur des erfolgreich, reichen Währungsspekulanten Eric Packer wie auch dessen zweites Gesicht, in Form eines grenzautistisch und definitiv sozial gestört Manns verkörpert. Zudem sollte der Schauspieler ein junges Publikum ansprechen, was nicht unbedingt den Roman kennt, aber trotzdem und vielleicht gerade wegen ihm ins Kino gehen würde.

Was lag näher als Robert Pattinson (BREAKING DAWN – BISS ZUM ENDE DER NACHT) –  der Mann hat ein blutleeres Gesicht, das so perfekt ist, wie die Glasfassaden jener New Yorker Bürotürme, zwischen denen die Story spielt – dumm nur, dass es in etwa die gleiche Ausdrucksfähigkeit besitzt…

So ist Cronenbergs COSMOPOLIS eine misslungene Verfilmung des gelungenen Buchs von Don DeLillos und der Filmemacher scheitert letztendlich an der lapidaren, nichtssagenden Fassade seines Hauptdarstellers…

COSMOPOLIS, Bilder

COSMOPOLIS, Filminhalt

Eric Packer (Robert Pattinson) ist ein reicher, gewissenloser und zynischer Spekulant der New Economy. Er träumt von hartem Sex und geilt sich an riskanten Termingeschäften auf.

Unterwegs zu einem Friseurtermin in der weißen Stretchlimousine führt ihn sein Weg im Schneckentempo von der 47th Street First Avenue zur Eleventh Avenue Manhattans. Das Herz von New York steht an diesem Frühlingstag im April 2000 kurz vor dem Kollaps. Der amerikanische Präsident ist in der Stadt, gewalttätige Globalisierungsgegner demonstrieren und der Sufi-Rapper Brutha Fez wird unter großer Anteilnahme seiner Anhänger zu Grabe getragen.

Mitten durch dieses Chaos fährt Packer mit seinem Sicherheitschef (Paul Giamatti, u.a. BARNEY’S VERSION) im Schritttempo – jedoch ohne dabei wirklich vorwärts zu kommen. Nebenbei trifft er auf seine erste Sex-Partnerin, die inzwischen 47-jährige Kunsthändlerin Didi Fancher (Juliette Binoche, CHOCOLAT, DER LIEBESFÄLSCHER) und spricht mit seinem Leibarzt, der ihn im Stau besucht.

So philosophiert Packer über digitale Medien, über Geschäfte mit dem japanischen Yen und sinniert über seine letzte Prostatauntersuchung. Als er endlich nach einer 24-stündigen Odyssee durch Manhattan den ersehnten Haarschnitt bekommt, sind die Börsenkurse inzwischen im Keller, die Finanzmärkte im freien Fall, hat er sein gesamtes milliardenschweres Vermögen verloren und die 735 Millionen Dollar seiner Frau Elise Shifrin (Sarah Gadon, EINE DUNKLE BEGIERDE) obendrein…

Und so verliert Packer am Ende des Tages nicht nur das Geschäft seines Lebens, sondern kommt selbst in einem finalen Akt der sinnlosen Gewalt, der in dieser Geschichte ebenso banal wie logisch erscheint, zu Tode.


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Falcom Media, [Peter Schneck]

COSMOPOLIS, 8.4 out of 10 based on 27 ratings

3 Kommentare zu COSMOPOLIS

  1. Zur Story muss man nichts weiter sagen, außer: Anspruchsvoll bis zum Ende.
    Und – dieser Film hat großes Potenzial, spiegelt er doch genau das Leben, die Tatsachen und Dinge wieder, die in unserer Welt tägliche und oft traurige Wahrheit sind! Oder mit anderen Worten: Alles dreht sich um Sex, Geld, Macht und Gewalt.

    Ja Pattinson – es scheint schwer vorstellbar das er außer in „Twillight“ brillieren könnte. Aber man kann sich ja mal überraschen lassen…

    Von mir gibts für „Cosmopolis“ 4 von 5 Sternen.

  2. Als ich das letzte Mal diese Seite aufgerufen hatte, war die Redaktionswertung für Cosmopolis noch 5 von 5 Sternen! Was ist passiert? Hat sich der Autor plötzlich umentschieden und sich der Meinung von „Zeit online“ angeschlossen? Die, das möchte ich an dieser Stelle einmal deutlich sagen, ziemlich alleine mit ihrem Urteil über die schauspielerische Leistung von dem Hauptdarsteller darsteht.

    Hier nur mal ein paar wenige Beispiele aus anderen Kritiken:
    „Robert Pattinson ist überragend in der Rolle des Eric Packer“
    „Sensationell zentrale Leistung von Robert Pattinson“
    „Robert Pattinson ist „in einer schwierigen Rolle sehr gut“
    „Robert Pattinson Leistung ist unglaublich und eine der besten des Jahres“

    Cosmopolis ist großartiger Film, der seine Spannung ganz langsam aufbaut bis zum fulminanten Ende. Ein Film, der zum Diskutieren und Nachdenken anregt und der einen auch nach dem Kinobesuch eine ganze Zeit nicht loslässt. Mit einem hervorragendem Hauptdarsteller. 5 von 5 Punkten!

  3. Vielen Dank für Deinen Beitrag und das Du auch wiederholt diese Seite besuchst.

    Ja, was ist geschehen? Ich habe den Film nun persönlich und mit eigenen Augen gesehen ;))! Und da sich mein Eindruck von COSMOPOLIS, meine Kritik an dem Film, mit der von Zeit-online überschneidet bzw. ich es nicht besser ;) hätte ausdrücken können – stimmen Deine Vermutung und meine Tatsache überein: Wie schon in „Wasser für die Elefanten“ brachte Robert Pattinson erneut keine charakterliche Meisterleistung ins Spiel.

    Ganz anders in der Twilight-Triologie! Hier reicht ihm als etwas „blutarmer“-Vampir :), keiner so schnell das Wasser – oder halt das Film-Blut.

    Das „wir“ jedoch die beiden einzigen kritischen Stimmen sein sollen, würde mich sehr wundern. Patterson selbst sagt von sich und seinen Rollen, „….dass es schon manchen Schauspieler schwer gefallen ist, sich von einem berühmten Charakter zu lösen und auch in anderen Filmen zu überzeugen. Erfolg und Last liegen im Filmgeschäft sehr dicht bei einander, zumal dieses Problematik nicht zuletzt auch von den Fans geschaffen wird, die ihren Star nur auf den einen Film reduzieren.“

    Es tut mir zwar ein wenig leid, wenn ich Patterson immer wieder mit seinem Part aus Twilight vergleiche – aber es hat ihn niemand im Vorfeld gewungen, dieses Angebot anzunehmen. Das es auch gegenteilig bzw. durchaus positiv laufen kann, zeigen Beipiele wie die von Sigourney Weaver (aus der vierteilige ALIEN-Sage) oder gleichfalls ein Christoph Walz, der sowohl als „oberfießer Zyniker“ (INGLOURIOUS BASTERDS, DJANGO UNCHAINED) brilliert wie auch in der Rolle des oberfießen ;), komischen Neurotikesr genial erscheint (DER GOTT DES GEMETZELS)!

    Es heißt ja nicht nicht umsonst, Schauspiel-Kunst. Und nicht jeder wird zum Künstler geboren ;!

    in diesem Sinne und beste Grüße
    Die Redaktion

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