HOTEL LUX

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Für die aufwändige Produktion HOTEL LUX zeichnet der bekannte deutsche Filmemacher Leander Haußmann (DINOSAURIER – GEGEN UNS SEHT IHR ALT AUS!) verantwortlich.

HOTEL LUX

Die Story zum Filmist sozusagen eine korrekt erfundene Geschichte und sie schildert das tragikomische Abenteuer eines naiven, respektlosen Helden im Herzen der Finsternis und basiert im Weiteren auf der wechselhaften Historie des 1911 in Moskau, in der Gorkistraße erbauten Hotels FRANZIA, welches im späteren Verlauf das bekannte „Filippowsche Café“ beherbergte.

HOTEL LUX, Besetzung

Die Hauptrollen in der Komödie HOTEL LUX spielen Michael Bully Herbig (TRAUMSCHIFF SURPRISE), Jürgen Vogel (u.a. DIE WELLE, BOXHAGENER PLATZ) und Thekla Reuten (ROSENSTRASSE).

Die wechselvolle Geschichte des Hotel Lux

Nach der Oktoberrevolution wurde aus dem Hotel FRANZIA das Hotel LUX. Ein vier-stöckiges Gebäude, das später um zwei weitere Stockwerke erweitert, der Kommunistischen Internationale als Gästehaus diente.

Nach 1933 galt es als Zufluchtsort für überwiegend deutsche Exilanten. Sie wurden für Moskauer Verhältnisse dort fürstlich untergebracht und versorgt. Unter anderen „logierten“ darin: Clara Zetkin, Erich Weinert, Wilhelm Pieck, Ernst Reuter, Walter & Lotte Ulbricht, Herbert Wehner und Markus Wolf.

Im Rahmen des sogenannten „Großen Terrors“, beginnend im Herbst 1936 bis Ende 1938, kamen die ohnehin politisch verfolgten, prominenten Gäste des HOTEL LUX erneut in Bedrängnis.

Im Zuge einer großangelegten, umfangreichen Verfolgungskampagne, die von Josef Stalin veranlasst und von den Organen des Innenministeriums der UdSSR (NKWD) unter Leitung von Nikolai Jeschow durchgeführt wurde, fielen dutzende Gegner der stalinistischen Herrschaft einem gnadenlosen Terror zum Opfer. Nach wochenlangem Verhör und grausamer Folter deportierte man viele der mutmaßlichen Delinquenten kurzerhand in den Gulag bzw. wurden diese im Anschluß hingerichtet.

Im Oktober 1941 mußte das Hotel LUX, als deutsche Truppen vor Moskau standen, evakuiert werden. Bereits im Februar 1942 kehrten die inzwischen stark dezimierten Bewohner wieder zurück.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges beherbergte das Hotel für kurze Zeit die Gruppe Ulbricht, die am 30. April 1945 von hier aus nach Deutschland flog. Die letzten „Politischen“ verließen 1954 das Hotel. Anschließend nahm es unter der Bezeichnung „Hotel Zentralnaja“ den normalen Hotelbetrieb auf.

Heute heißt das Gebäude an der Einkaufsmeile Uliza Twerskaja noch immer „Hotel Zentralnaja“. Seine Etagen sind jedoch überwiegend als Büros vermietet. Nach der Sanierung des Gebäudes wurde es unter dem alten Namen HOTEL LUX 2011 wiedereröffnet.

HOTEL LUX, Filmkritik

Einen Ulk über den Stalinismus würde niemand sehen wollen. Deshalb versucht Regisseur Leander Haußmann alles, den Film dunkel-rot einzufärben. Jedoch selbst die vielen kleine Ideen, manche davon durchaus witzig, lassen den Ulk nur spärlich durch die Fugen dringen.

Und selbst für eine Komödie im klassischen Sinne, die ihre schwarze Seite nicht leugnen möchte bzw. die ganz im Sinne von MEIN FÜHRER – DIE WAHRSTE WAHRHEIT ÜBER ADOLF HITLER gedreht worden wäre, reicht es nicht. Denn Haußmann schiebt seine Figuren rund um diesen Zeisig hin und her oder halt wie er es gerade braucht.

An Stellen wo es am Zusammenhang hapert, greift der Regisseur dann doch unangenehm massiv auf den angesprochenen puren Ulk zurück, was die Dramaturgie folgerichtig auf lange Strecken in sich zusammen fallen lässt. Somit bleibt der Film eine Aneinanderreihung von Einzelteilen, kleinen Witzen und abgedroschen Gags und es ist -wie gesagt- keine wirklich gute Komödie.

Fazit: Die Überblendung von historischer Realität mit surrealem Showdown zeigt immerhin in einigen Momenten, was aus dem Film HOTEL LUX hätte werden können…

HOTEL LUX, Filminhalt

Das war ein Hitler-Gag zu viel: Der Komiker und Parodist Hans Zeisig (Michael Bully Herbig) muss 1938 mit falschen Papieren aus Nazi-Berlin fliehen…!

Eigentlich träumt er von Hollywood, doch dann landet er in Moskau und gerät in das berüchtigte Exilantenhotel LUX. Es ist der Zufluchtsort kommunistischer Funktionäre aus aller Welt und insbesondere aus Deutschland. Der sowjetische Geheimdienst verwechselt Zeisig jedoch mit dem abtrünnigen Leibastrologen Adolf Hitlers. So gerät der unpolitische Entertainer zwischen die Fronten blutiger Intrigen in Stalins Machtapparat.

Zu seiner Überraschung begegnet Zeisig im HOTEL LUX seinen früheren Bühnenpartner Siggi Meyer (Jürgen Vogel) und die niederländische Untergrundkämpferin Frida (Thekla Reuten), die beide fest an das Gute im Kommunismus glauben. Für die drei Freunde beginnt ein Abenteuer auf Leben und Tod…

Traumwelt Varieté ?

Varieté – ein Mix aus Zirkus, Artistik, Theater und Singspiel begeistert schon seit dem 19. Jahrhundert Jung und Alt. In den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts etablierten erstmals die Pariser Theaterhäuser das professionelle Ausziehen als Varieté-Nummer und starteten damit gleichzeitig die Ära des Varietés als neue Theaterform. Deren Markenzeichen bestand im erotischen Cancan-Tanz, der mit dazu beitrug, dass französische Varieté-Theater wie das Moulin Rouge über die Landesgrenzen hinweg bekannt wurden. Es ging vor allem darum, den nackten Körper in den Varieté -Revuen zu etablieren.

Auf die Nackttänzerinnen folgten die Revuegirls. Diese trugen von Glitzerschmuck, Federboas, Netzstrümpfen, Goldhöschen, Strapsen und Roben alles, was die Zuschauer verlockte. Ihr Tanz und Gesang wurde von prunkvollen Bühnenbildern illustriert. Diese sollten die Revuegirls in ein prachtvolles Licht stellen und die Bewunderung des Publikums auf die Tänzerinnen lenken. Es ging darum, die Zuschauer stilvoll zu betören und zu unterhalten.

Varieté in Deutschland

Bis 1960 boomte auch in Deutschland das Geschäft mit dem Varieté – vor allem in den Städten Hamburg, Berlin, Wien und Budapest. Im Hamburger Hansa-Theater traten solche bekannten Künstler wie Hans Albers, die Comedian Harmonists oder die jetzt in Las Vegas spielenden Zauberkünstler Siegfried & Roy auf. Mit der zunehmenden Konkurrenz von Kino und Fernsehen sank die Anzahl der Varietés Anfang der 70er wieder und nur in der ehemaligen DDR überlebten einige Varieté -Bühnen, unter starker, staatlicher Regie, den rasaten Niedergang.


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Constantin Film, wikipedia, Verena Schönhofen

HOTEL LUX , 6.9 out of 10 based on 7 ratings

2 Kommentare zu HOTEL LUX

  1. Toll, das ist endlich mal ein interessanter Artikel, vielen Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich den Blog leicht zugaenglich.

  2. In der Presse gesehen, finde den Film „daneben“ -nicht Fisch, nicht Fleich. Es ist eine gewollte und verkrampfte Komödie, die aber auch keine ist. Man wollte hier wieder nen Kompromoisse für die Masse eingehen. Er orientiert sich an Lubitsch „Sein oder Nichtsein“, verfehlt aber das Ziel um Längen. Ich war kurz davor in der ersten Hälfte rauszugehen. Komiker waren bisher immer asexuell, hier wird bully zum frauenheld.. das einzige, das mich noch bei der Stange gehalten hat war die historische Geschicht vom Hotel Lux, das hier allerdings sehr verharmlost dargestellt wird. etc..

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