INSIDE WIKILEAKS

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INSIDE WikiLeaks – DIE FÜNFTE GEWALT (Originaltitel: THE FIFTH ESTATE, WikiLeaks): Der 42-jährige Julian Assange, der sich in seiner wechselhaften Vergangenheit vor allem als Computerhacker einen Namen machte, ist wohl endgültig zu einer der umstrittensten und schillernden Medien-Figur auf- oder sollte ich besser sagen (?!) ab-gestiegen.

INSIDE WikiLeaks – DIE FÜNFTE GEWALT

Nach dem der Wikileaks-Gründer Julian Assange mit seiner ihm eigenen Bescheidenheit im Dezember 2010 seine Autobiografie an das britische Verlagshaus Canongate Books verkauft und noch im Januar des dauffolgenden Jahres großmundig verkündet hatte, dass er hoffe, „dass dieses Buch das eine, vereinende Dokument unserer Generation wird“, änderte Assange im April darauf plötzlich seine Meinung.

Laut dem Verlag zog Julian Assange mit den Worten: „Alle Memoiren sind Prostitution“ bzw. nach mehr als 50 aufgezeichneten Interviewstunden in Ellingham Hall, Norfolk, seine Memoiren zurück und verweigerte gleichzeitig die Rückzahlung der inzwischen geflossenen Gelder. „Die Rache“ von Canongate Books folgte auf dem Fuße. Am 22. September 2011 veröffentlichte der Verlag die unautorisierte Fassung: „Julian Assange – The Unauthorized Autobiogaphy“…

Die WikiLeaks-Geschichte bereits im Kino

So viel dazu! Ungeachtet dessen haben es inzwischen zumindest zwei Kinofilme, dass australische Biopic UNDERGROUND – THE JULIAN ASSANGE STORY, unter der Regie von Robert Connolly, welches auf dem gleichnamigen Buch von Suelette Dreyfus basiert und was unter Mithilfe von Assange sowie Interviews mit damaligen Hackern entstand, sowie die Dokumentation WE STEAL SECRETS – DIE WikiLeaks GESCHICHTE auf die Kinoleinwand gebracht.

UNDERGROUND beleuchtet Julian Assanges Jugend, die Beziehung zu seiner Mutter, seine Entwicklung zum Hacker und stellt die Frage nach seiner Sozialisierung – auch hinsichtlich seines Heranwachsens in einer Sekte. In der Hauptrolle ist der noch unbekannte australische Schauspieler Alex Williams zu sehen. An seiner Seite spielen u.a. Anthony LaPaglia als Detective Ken Roberts und Rachel Griffiths als Assanges Mutter die weiteren Rollen.

WE STEAL SECRETS – DIE WikiLeaks GESCHICHTE: Lange Zeit galt auch Alex Gibney und die Universal Studios als heiße Kandidaten für eine Verfilmung der Biographie. Der US-amerikanische Regisseur und Produzent Alex Gibney vollbrachte in der Vergangenheit mit Dokumentationen wie: THE SMARTEST GUY IN THE ROOM, CASINO JACK AND THE UNITED STATES OF MONEY oder mit seiner 2008 Oscar-prämierten Dokumentation TAXI ZUR HÖLLE eine  Karriere par exellence und gilt als einer der Besten des Genre. Zudem ist Gibney immer der richtige Mann am richtigen Set, wenn es sich um politische Themen handelt.

In der Dokumentation WE STEAL SECRETS – DIE WikiLeaks GESCHICHTE verknüpft der Filmemacher das Schicksal des wahrscheinlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning mit dem von Julian Assange und ist dabei um große Objektivität bemüht. Der Ansatz wurde jedoch bereits kurz nach Veröffentlichung durch heftige Kritik aus der Wikileaks-Fangemeinde begleitet. Wikileaks selbst, wirft Gibney sogar Desinformation vor und veröffentlichte auf einer eigenen Internetseite kritische Kommentare zu nahezu jeder Szene des Films.

Julian Assange, DIE FÜNFTE GEWALT

Und es gibt weitere Infos rund um einen Film über Julian Assange: Auch ein ganz Großer aus Hollywood machte sich Gedanken zum Thema und der Person Julian Assange.

Kein Geringerer als Medien-Mogul Steven Spielberg (COWBOYS & ALIENS, GEFÄHRTEN, LINCOLN) und die DreamWorks Studios sicherten sich die Filmrechte am Buch „Das Innenleben von Julian Assange: Krieg gegen die Heimlichkeit“. In dem Bestseller von 2010 beschreiben die beiden „Guardian“- Journalisten David Leigh und Luke Harding das Leben von Julian Assange von seiner Kindheit bis zur aufsehenerregenden Veröffentlichung geheimer US-Regierungsdokumente. Zusätzlich erwarb Spielberg mit Dreamworks die Rechte am Buch „Inside Wikileaks“ des deutschen Wikileaks-Aussteigers Daniel Domscheit-Berg, auf das der Film INSIDE WikiLeaks – DIE FÜNFTE GEWALT aufbaut.

Anfang 2011 wurde zudem bekannt, dass die Produktionsfirmen Josephson Entertainment und Michelle Krumm Productions die Filmrechte für die Assange-Biografie „The Most Dangerous Man in the World“ des australischen Reporters Andrew Fowler erworben haben. Und 2012 wiederum, hat die Berliner Produktionsfirma Port-au-Prince ebenfalls ein Projekt über den WikiLeaks-Gründer Julian Assange angekündigt: [ Es geht um einen fiktionalen Stoff, den wir mit Regisseur Cyril Tuschi zusammen entwickeln“, sagte Produzent René Römert und bestätigte damit Medienberichte. Der vorläufige Titel der Dokumentation: Schlicht und ergreifend LEAKS.

Laut Römert soll das Werk also keine Filmbiografie oder Skandalgeschichte werden. Vielmehr soll beleuchtet werden, was einen Menschen wie Assange ausmache, der so im Rampenlicht stehe, so hohe Ideale habe – aber eben auch Fehler mache: „Es geht um die Person.“ Besetzung und Drehbeginn stünden noch nicht fest. Filmemacher Tuschi hatte sich bereits in der Kreml-kritischen Doku CHODORKOWSKI an einen heiklen Stoff gewagt: Darin geht es um Russlands berühmtesten Häftling und Ex-Ölmilliardär Michail Chodorkowski. ]

WikiLeaks vs. Wikipedia

Julian Assange ist Sprecher der 2006 gegründeten Online-Plattform WikiLeaks, dem indirekten Konkurrenten von Wikipedia. Das spendenfinanzierte Projekt gilt in Fachkreisen als schwer zensierbar, technisch wie juristisch…

Über WikiLeaks werden immer wieder geheime und brisante Informationen im Internet verbreitet, die im Besonderen bei Regierungen und Großunternehmen in aller Welt für Unmut sorgen. Doch wo viel Licht ist, gibt es bekanntermaßen auch Schatten. So offenherzig sich die Internet-Plattform WikiLeaks mit Statements in der Öfentlichkeit verhält, so wenig gibt das Netzwerk über sich selbst preis – und die Maxime lautet: Im Zweifel veröffentlichen wir.

So scheint es wohl logisch, dass Assange vom Großteil der Internetuser geliebt und bewundert wird, während die Obrigkeit der Staaten ihn wohl lieber hinter Schloss und Riegel sehen würde. Oder mit anderen Worten: Somit war es nur eine Frage der Zeit bis der Stoff aus dem Träume bzw. für manche Alpträume werden, auf die Leinwand kommt. Und wer den Film THE SOCIAL NETWORK gesehen hat, der die Firmengeschichte des Facebook-Gründers Marc Zuckerberg unter die zeitkritische Lupe nimmt, dürfte mir da sicherlich zustimmen…

INSIDE WikiLeaks – DIE FÜNFTE GEWALT, Bilder

INSIDE WikiLeaks, Filminhalt

Unter dem deutschen Filmtitel INSIDE WikiLeaks ist also ab dem 31. Oktober 2013 eine, aber nicht DIE ursprüngliche geplante DreamWorks-Produktion in den Kinos zu sehen. Der als aufklärendes Drama ausgelegte Film INSIDE WikiLeaks – DIE FÜNFTE GEWALT beruht dem zufolge NICHT auf dem Buch „Das Innenleben von Julian Assange: Krieg gegen die Heimlichkeit“ sondern auf „Inside WikiLeaks“ von Daniel Domscheit-Berg – was von Kennern der Szene als eher „schlüpfriges Gelände“ eingestuft wird.

Domscheit-Berg, der Pressesprecher von WikiLeaks, schied vor zwei Jahren im Streit von Assange aus, weil er dessen Arbeits- und Führungsstil als autoritär kritisiert hatte. Das Drehbuch zum Film stammt im Übrigen von Josh Singer, der zwei Dutzend WEST WIMG-Episoden geschrieben hat, also in politischen Winkelzügen bewandert sein sollte.

Dementsprechend war auch Assanges Reaktion auf den Film alles andere als begeistert. Er fand keine allzu warmen Worte für das DreamWorks-Projekt und bezeichnete INSIDE WikiLeaks vielmehr bzw. ebenfalls als eine reine Propaganda-Attacke.


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: DreamWorks Pictures, Constatin Film, [Spiegel-Online]

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