ON THE ROAD

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Der kleine Ratgeber für eine abgedrehte Subkultur ?

ON THE ROAD

Vor rund 50 Jahren hämmert der manisch depressive Jack Kerouac im Schreib- und Drogenrausch seine „Tramper-Bibel“ in die Maschine – ein Roman, der nicht nur die Beatniks, sondern auch die Hippiebewegung maßgeblich beeinflusste. 1969 forderte das zügellose Leben dann den unausweichlichen Tribut. Mit nur 47 Jahren starb der sogenannte „Beatnik-Schriftsteller“ als buddhistischer und bei seiner Mutter lebender Alkoholiker an den Folgen seiner Drogen-Exzesse.

Zu seinen veröffentlichten Werken, die von seinen Kollegen oft belächelt oder gar als böswilliges „Geschreibsel“ und „Getippse“ abgestempelt wurden, zählen u.a. die Bücher „Gammler“ und „Big Sur“. Inzwischen ist daraus Weltliteratur geworden und speziell der Roman ON THE ROAD steht in über vier Millionen Haushalten in den Bücherregalen.

ON THE ROAD – UNTERWEGS, Besetzung

„Wohin gehen? Wozu? Was tun? und Liebe in allen Aggregatzuständen“?

Lange Zeit galt ON THE ROAD als nicht verfilmbar. Francis Coppola erwarb zwar die Filmrechte und Gus Van Sant wollte es machen – aber letztendlich traute es sich nur der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Walter Salles (JE T’AIME, FRIDA) und mit Unterstützung von Coppolas Sohn Roman dann zu: Er adaptierte den Roman über „Sex, Drugs & Jazz“ fürs Kino bzw. lässt in der 2012er Literaturverfilmung ON THE ROAD die beiden aufstrebenden, britischen Jungschauspieler Sam Riley (RUBBELDIEKATZ), als Romanfigur Sal Paradise, und Garrett Hedlund (u.a. TRON – LEGACY), der Dean Moriarty verkörpert, sich diese wichtigen Fragen des Lebens stellen.

An ihrer Seite ist zudem keine Geringere als TWILLIGHT-Star Kristen Stewart (BREAKING DAWN – BIS ZUM ENDE DER NACHT) zu sehen. Und ich denke, das wird schon mal für volle Kinosäle sorgen, zumal die schüchterne „Bella“ im Part der verruchten Ehefrau Marylou, die Hüllen fallen lässt …

ON THE ROAD, nichts als die Wahrheit?

Viele der Figuren in ON THE ROAD sind angelehnt an reale Personen aus dem ehemaligen Umkreis des Autors Jack Kerouac. So gelten neben Sal, der Kerouacs alten Ego darstellen soll, Neal Cassady als Vorbild für Dean Moriarty, William S. Burroughs für Old Bull Lee und Allen Ginsberg für Carlo Marx.

Und der Film beinhaltet ein weiteres Novum: Das Drama und Roadmovie ON THE ROAD ist einer der seltenen Fälle, bei dem Hollywoodgrößen nur eine Nebenrolle spielen. Neben der Star-Protagonistin Kristen Stewart sind Viggo Mortensen (HERR DER RINGE, EINE DUNKLE BEGIERDE), Steve Buscemi (JOHN RABE) oder und -wie gesagt- Kirsten Dunst (MELANCHOLIA) zu sehen.

Aber es wird natürlich und analog zum Roman auch allerlei getrunken und geraucht bzw. sehnt sich das Trio nach dem „Unterschicht-Leben“, welches für sie unter anderem aus dem Hören von Beatmusik und Benzinklau besteht.

Anbei wird häufig der deutsche Philosoph Schopenhauer zitiert und vorhandene zwischenmenschlichen Beziehungen grundsätzlich und mutwillig torpediert – oder anders ausgedrückt: Rauchen, saufen, kiffen, ficken bzw. auch im Film schlagen alle über die Stränge, hören die besser Musik und haben den besseren Sex als der Rest der Welt.

ON THE ROAD, Filmkritik

Schade, schade: Die Adaption von Jack Kerouacs Kultroman ist unter der Regie von Walter Salles dann doch -und was fast zu befürchten war- eher eine Enttäuschung.

Der brasilianische Regisseur, der mit zum Beispiel dem Film DIE REISE DES JUNGEN CHE eigentlich über genügen Roadmovie-Erfahrung verfügt, lässt sowohl aus emotionaler Sicht als auch von der erzählerischen Weise her, die aus der Romanvorlage bekannte Spannung und Dynamik vermissen.

Trotz teilweise wirklich guter Leistungen seitens der Protagonisten, und hier insbesondere Kristen Stewart im Part der wilden und ungezügelten junge Frau, wird der Zeitgeist, der Zorn, der sich in der Hippie-Bewegung entlud, nur als seichter Hauch im Kinosaal für den Zuschauer spürbar…

ON THE ROAD, Bilder

ON THE ROAD, Filminhalt

Amerika in den 50ern: Gemeinsam begeben sich zwei Freunde auf eine Reise quer durch das Land.

Daraus entwickelt sich schnell eine rauschhafte Achterbahnfahrt mit zahlreichen Höhen und Tiefen, denn auf ihrem Trip lernen sie -unter anderem- Jane (Amy Adams) und Camille (Kirsten Dunst) kennen, mit denen sie gemeinsam eine wilde Zeit, geprägt von Bebop, Jazz und Drogen, durchleben…


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Concorde Film

ON THE ROAD , 8.6 out of 10 based on 9 ratings

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