RUBBELDIEKATZ

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Und wieder ein Film vom Erfolgsproduzenten Detlef Buck!

RUBBELDIEKATZ

Noch vor seiner Untercover-Leinwand-Aktion, dem Mockumentary JONAS, kam analog zum deutschen Geschlechterwechsel-Klassiker CHARLYS TANTE, mit Peter Alexander in der Hauptrolle, im Dezember 2011 die Komödie RUBBELDIEKATZ in die Kinos.

…rubbel die Katz

Das Sprichwort „Rubbel die Katz“ hatte ich zwar schon gehört, doch wie bei so vielen Redensarten wird man den tieferen Sinn, die umgangssprachliche Herkunft eher erahnen als wirklich wissen. Und diesmal lag ich sogar völlig daneben, denn mit einer „Mietze-Katze“ hat das Ganze nur im Entferntesten zu tun…! Das Wortspiel ist eine Redensart aus dem Mittelalter. Zu jener Zeit nannte man die Geldbörse oder Neudeutsch das Portemonnaie, Geld-Katze.

Dabei handelte es sich um einen länglichen, runden Gürtel aus Leder (oft aus einem Katzenbalg – daher der Name), der um den Bauch gebunden wurde. Die Legende meint dazu, dass die Kaufleute, wenn sie Geld ausgeben wollten, während der Preisverhandlung diese Geldkatze streichelten also wenn man so will „gerubbelt“ haben, um sich zu vergewissern, dass alles am rechten Fleck sitzt bzw. die Gelstücke noch vorhanden sind.

Zudem war der Ausspruch „Rubbel die Katz“ wahrscheinlich die direkte Aufforderung, „Licht an’s Rad“zu machen, sich schneller zu entscheiden, die Geldkatze zu öffnen.

In der heutigen Zeit wird diese mittelalterliche Wortwahl hingegen selten verwendet oder gilt als Synonym dafür, etwas schneller zu erledigen.

RUBBELDIEKATZ, Besetzung

Aber was hat das alles mit Buck’s (SAME SAME BUT DIFFERENT) Komödie RUBBELDIEKATZ zu tun?

Nun, der Schauspieler Matthias Schweighöfer, der in seinen Rollen ja eher den soften Macho (KEINOHRHASEN, FRIENSHIP oder RUSSENDISKO) gibt, ist diesmal in einem Geschlechterwechselspiel zu sehen. Tja und jeder Mann, der schon darauf gewartet hat, dass die Liebste sich entscheidet: “Was ziehe ich an?”, „Heute, welchen Lippenstift?“, „Welches Paar Schuhe von den 153“ wird sicherlich mal den Spruch auf den Lippen gehabt haben: „Komm Mädel, mach‘ Betrieb – oder halt: Rubbel die Katz – Schatzzz“.

„WHAT A WOMAN“ heißt es deshalb in Detlev Buck’s durchgeknallter Film-im-Film-Comedy, in der Schweighöfer eine grandiose Performance in Frauenklamotten hinlegt.

RUBBELDIEKATZ, Filmkritik

Natürlich lebt RUBBELDIEKATZ in erster Linie vom klassischen und wohl bekannten Wechselspiel der Identitäten und der steten Gefahr des Entdeckens, der Alexander/Alexandra ausgesetzt ist.

Doch Buck, der hier ein Drehbuch der Erfolgsautorin Anika Decker (ZWEIOHRKÜKEN) adaptierte, gibt sich damit nicht zufrieden: Die nicht allzu weit her geholte These, Hollywood würde in Berlin ständig nur Nazifilme drehen (siehe OPERATION WALKÜRE oder INGLOURIOUS BASTERDS), gibt ihm Gelegenheit, eine Satire über internationale Kinoproduktionen in Deutschland loszutreten – und das meistert er mit absoluter Bravour.

Neben dem Hauptact, dem schräg, verrückt und bis zum Schluss schreiend komisch aufspielenden Matthias Schweighöfer sind auch sämtliche Nebenrollen exquisit besetzt. Etwa mit Milan Peschel (HALT AUF FREIER STRECKE) als stockschwuler Kostümdesigner, der als erster hinter Alexandras pikantes Geheimnis kommt oder mit Sunnyi Melles (UNTER STROM, EFFI BRIEST) als Sarahs affektierte Agentin.

Und weil die crazy Comedy nicht nur durch Dialogwitz, schwarzen Humor und treffsichere Gags im Minutentakt begeistert, sondern ebenso einen genialen Soundtrack mit Evergreens wie „Spirit in the Sky“, „Touch Me Tiger“ oder „Strangers in the Night“ zu bieten hat, ist die durchgeknallte „Rubbelkatze“ ein richtig großer deutscher Kinohit. [ ]

RUBBELDIEKATZ, Bilder

RUBBELDIEKATZ, Filminhalt

Ein Job ist ein Job, sagt sich der arbeitslose Schauspieler Alexander (Matthias Schweighöfer), verwandelt sich in Alexandra, schlägt alle Konkurrentinnen aus dem Feld und ergattert tatsächlich eine Frauenrolle in einem großen Hollywoodfilm!

Aber kann er in Pumps und ausgestopftem BH auf Dauer überzeugen? Und ob bzw. mehr als ihm lieb ist: Sein Kollege (Max Giermann, OTTO’S ELEVEN, SCHILLERSTRASSE) beginnt ihn zu begrabschen und selbst der Regisseur (Joachim Meyerhoff, engagiert am Burgtheater Wien, Deutsches Schauspielhaus Hamburg ) findet ihn unwiderstehlich.

Die Ex-Freundin (Susanne Bormann, DER BAADER MEINHOF KOMPLEX) hingegen flippt aus und Alex‘ ruppige,  unter notorischer Geldknappheit leidenden Brüder (Detlev Buck, Maximilian Brückner, Regie in RESTURLAUB) und deren durchgeknallter Kumpel (Denis Moschitto, ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND, GEGENGERADE) setzen noch einen drauf , denn sie lassen nichts unversucht, Alex ein ums andere Mal das perfekte weibliche Outfit zu verpassen.

Dennoch möchte Alex seine falschen Locken am liebsten an den Nagel hängen, wenn es dafür nicht längst zu spät wäre: Er hat sich unsterblich in seine Film-Partnerin verliebt – den Superstar Sarah Voss (Alexandra Maria Lara, u.a. DER UNTERGANG, DER VORLESER).

Aber ist Alex auch Frau genug, um seinen Mann zu stehen…?


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Universal Pictures, Film1, [ ] lasso, kino.de

RUBBELDIEKATZ , 7.3 out of 10 based on 256 ratings

7 Kommentare zu RUBBELDIEKATZ

  1. Empfehlenswert – habe den Film heute in der Sneak gesehen. Der Film erscheint mir sogar in erster Linie Persiflage und Kritik am seelenlosen Hollywood-filmbusiness denn als typische Geschlechtertauschkömodie. Besonders die Szenen hatten ihre Lacher, in denen Fimrolle und Realität zu verschwimmen begannen – wie beispw. bei dem Hitler-Schauspieler, der sich am Ende beklagt, dass er immer Pech bei den Frauen hätte…

  2. 1982 war „Tootsie“, ungefähr dreißig Jahre später kommt dieser deutsche Nachklapp hinterher. Hab bislang nur den Trailer gesehen und der hat mich alles andere als umgehauen. Die Witze scheinen eher platt und altbacken zu sein, die Idee ist sowieso total abgedroschen. Schade, dass man hierzulande keine eigenen Ideen entwickelt, sondern zweitklassige Rip-Offs von bekannten Hollywoodfilmen drehen muss. Sorry, aber das so genannte deutsche „Qualitätskino“ hinkt im europaweiten Vergleich völlig hinterher und die Amis haben uns ohne schon längst abgehängt!

  3. Ich war sehr gut unterhalten. Gute schnelle Dialoge und doppelbödige Texte. Fast nichts langweilte in diesem Film. Alle Anspielungen an Hollywood kamen an. Natürlich ist die Figur, Mann in Frauen-Klamotten, eine Tootsie Adaption aber was spielt das für eine Rolle, wenn die Hollywood-Kino-Kritik laut mitschwingt, dass in Deutschland doch nur Nazi-Filme gedreht werden.

    Und somit hat man auf intelligente Weise Hollywodd umarmt und einmal in Frauenschuhen nachgetreten. Warum nicht?! Jedenfalls war ich fast zu 100 % gut unterhalten, auch wenn das Ende des Filmes plötzlich an Rhythmus verliert. Trotzdem war der Film, den ich mir gerne noch einmal anschauen werde, ein Klopper, nur leider und wie gesagt, mit einem etwas verbocktem Ende. Fazit: Kurzweiliges Kino zum Ende des Jahres, gut platziert – nach einem anstrengenden Jahr hat man keinen Lust mitten im Dunkel der Republik sich Dramen reinzuziehen!
    Apropo: Schweiger vs Schweighöfer. Schweiger NEIN – auch nicht als Tatort Komissar. Da schalte ich lieber ab als an.
    Schweighöfer JA! You ROCK!

  4. Hallo Ihr Sauertöpfe, Klamauk und Komik mit Tiefgang und schauspielerischen Leistungen- exzellent !!!
    Ja gut, als alter Spießer (65) war bei der Szene mit der Wichvorlage kurz mal konsterniert, aber andere Zeiten andere Sitten. Ich hab mich von Anfang bis Ende vor Lachen nicht eingekriegt. Und was mich beeindruckt hat; egientlich ist das ein herrlicher Satire-Film. Also, wir können’s doch noch!! :-))

    Boris Fischer

  5. Hallo zusammen, gerade komme ich aus dem Kino und obwohl ich ein Schweighöfer-Fan bin, kann ich den Lob nicht teilen. In dem Film geben sich die Stars der nationalen Filmszene die Hand und trotzdem kommt nicht wirklich Atmosphäre auf. Eine bloße Aneinandereiung flacher Gags, die jedoch trotz der guten Schauspieler mir nicht mehr als ein Schmunzeln entlocken konnten und obwohl die Story ja nichts Neues ist, könnte man dem Ganzen mehr Spannung/Gefühl entlocken. Til Schweiger gelingen diese „Pop“-Filme besser, Buck bleib bei deinen anspruchsvolleren Filmen!

  6. @ viech ulla
    du bist nicht gezwungen, dir den Film anzugucken, du kannst sagen, der Trailer reicht dir, aber nur den Trailer gesehen haben und dann über den Film urteilen, das ist selten dämlich…

  7. Ich hab mir den Film gestern auch angesehen. Ich fand ihn super!! Großes Lob! Die Gags sind meiner Meinung nach nicht flach. Wir haben köstlich gelacht. Das Hollywod auf die Schippe genommen wird, kommt meiner Meinung nach gut an. :) Das Ende ist auch nicht so schlimm wie bisher beschrieben. Es ist halt so, wie man sich das den ganzen Film lang schon denkt! Zusammenfassend kann man sagen, dass es ein gelungener Film ist und ich ihn gern nochmal im Kino ansehen werde.

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