THE WAY BACK

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Das Drama THE WAY BACK – DER LANGE WEG schildert bildgewaltig -wenn dem so ist- eine der beeindruckendste und sicherlich denkwürdigste Wanderung in der Geschichte der Menschheit.

THE WAY BACK – DER LANGE WEG

Darin kämpfen sich sieben Kriegsgefangene verschiedenster Nationen nach ihrer Flucht aus einem sibirischen Arbeitslager durch die Weiten der ehemaligen Sowjetunion. Nach überlebter Eiseskälte im Himalaya, Sandstürmen in der Wüste Gobi, Hunger und Durst, wilden Tieren und misstrauischen Menschen, erreichen sie im Frühsommer 1942 das lang ersehnte Ziel – das sichere Indien…

THE WAY BACK oder: So weit die Füße tragen

Bereits in seinem Roman „So weit die Füße tragen“ brachte der Autor Josef Martin Bauer eine Geschichte mit fast gleichgearteter Thematik und authentischem Hintergrund an die Öffentlichkeit.

Bauer schildert darin die abenteuerliche Flucht des deutschen Soldaten Clemens Forell, der 1945 in einem Massenprozess zu 25 Jahren Zwangsarbeit in einem Straflager in Sibirienverurteilt wird. Sein Weg durch die Wildnis führt ihn über Alexandrowsk und Grosny, quer durch den Kaukasus, bis auf iranisches Staatsgebiet.

Der Roman diente 1959 als Vorlage für einen gleichnamigen, sechsteiligen Fernsehfilm, der als erster Straßenfeger des deutschen Fernsehens gelten dürfte. 2001 gab es eine zweite, deutsche Verfilmung, diesmal unter der Regie von Hardy Martins. Die Hauptfigur spielte Bernhard Bettermann.

THE WAY BACK

Der Film THE WAY BACK beruht auf einer weiteren, „wahren“ Geschichte bzw. der als Roman erschienen Biographie „The Long Walk: The True Story of a Trek to Freedom“ des polnischen Offiziers Slavomir Rawicz.

Der bereits sechsmal für den Oscar nominierte, australische Regisseur Peter Weir (u.a. DER CLUB DER TOTEN DICHTER, THE TRUMAN SHOW) bzw. der ausführende Produzent Keith Clark bezogen neben der Buch-Inspiration jedoch zusätzliche Anekdoten aus dieser Zeitepoche bei den Recherchen zur Entstehung des Film mit ein.

Der Hintergrund: Im  Zuge der deutsch-sowjetischen Teilung seines Heimatlandes wird Rawicz 1939 von der Roten Armee gefangen genommen, der Spionagetätigkeit angeklagt und zu 20 Jahren Straflager verurteilt. Mit sechs anderen Kameraden gelingt ihm ein Jahr später der Ausbruch.

Zu Fuß machen sie sich auf den Weg in das 6.500 Kilometer entfernte, südlich liegende Britisch-Indien, wo Slavomir Rawicz im Anschluss -in der britischen Armee- gegen die Deutschen weiter-kämpft.

THE WAY BACK, Filmkritik

Es ist durchaus gelungen, die Gewalten der Natur und den unglaublichen Überlebenswillen der Beteiligten realistisch darzustellen. Von kleineren vorhandenen Ungereimtheiten und den teilweise etwas aufgesetzten Dialogen abgesehen, ist mit THE WAY BACK ein Film entstanden, der mit epischer Erzählweise überzeugt und von Solidarität und der Unbeugsamkeit des menschlichen Willens berichtet.

Maßgeblich ist das vor allem Alt-Stars wie Ed Harris, Colin Farrell, sowie der erst 17-jährige, irische Protagonistin Saoirse Ronan (ABBITTE, SEELEN) zu verdanken. Alle zeigen in dem Stationen-Drama THE WAY BACK ihr absolut vorhandenes, schauspielerisches Können. Im Besonderen hat mir dabei Colin Farrell gefallen, dessen Part realistischer hätte nicht wirken können.

Dass Regisseur Peter Weir die Strapazen der Reise dabei erstaunlich nüchtern schildert, ist ein weiterer Pluspunkt für diesen Film. Als Fazit kann deshalb gelten: Unterhaltendes Kino – auch wenn die Rest-Wahrheit wo möglich ausschließlich in den Anekdoten-büchern steht!

Beinhaltet THE WAY BACK nur die halbe Wahrheit?

BBC-Recherchen von 2006 zufolge, müssen dennoch erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des ehemaligen, polnischen Offiziers Slavomir Rawicz erhoben werden.

Seine „Erlebnisse“, die er in den 50er-Jahren niedergeschrieben hat, könnten mehr Fiktion als Realität beinhalten. Dennoch: Was daran rein erfunden oder sich tatsächlich zugtragen hat, diese Frage ist sicherlich für Historiker interessant(er), spielen im Zusammenhang mit dem Film THE WAY BACK jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Die vermeintliche Wahrheit wird ja ohnehin gern zu Vermarktungszwecken herangezogen. Selbst die „Hollywood-Institution“ James Cameron (SANCTUM) schmückt sich gern mit diesem Vertrauen schaffenden Zusatz.

THE WAY BACK, Filminhalt

Die gefährliche Flucht aus einem sowjetischen Arbeitslager soll Janusz (Jim Sturgess, u.a. DIE SCHWESTER DER KÖNIGIN), Mr. Smith (Ed Harris, u.a. APOLLO 13, POLLOCK), Valka (Colin Farrell, u.a. THE NEW WORLD, LONDON BOULEVARD), Zoran (Dragos Bucur, THE GODMOTHER), Voss (Gustaf Skarsgard, TRUST ME), Tomasz (Alexandru Potocean, THE WHISTLEBLOWER), Kazik (Sebastian Urzendowsky, u.a. LICHTER, ES KOMMT DER TAG) und die junge Polin Irena (Saoirse Ronan), die sich unterwegs der Gruppe anschließt, von Sibirien durch die Mongolei nach Tibet und schließlich über den Himalaya bis nach Indien führen.

Doch der Weg ist lang und beschwerlich. Und nicht jeder von ihnen schafft es…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Splendid Medien AG, Twentieth Century Fox

THE WAY BACK , 7.8 out of 10 based on 4 ratings

1 Kommentar zu THE WAY BACK

  1. Christoph Schneider vom Züricher Tagesanzeiger sah einen Film im Kampf gegen ihre Endlosigkeit. „Gewiss, da sind die kleinen Dramen, manche Szene von brüchiger Menschlichkeit, eine besonders, in der die Männer einer Wolfsmeute ihre Beute abjagen und selbst zur bissigen Meute werden. Derart unsentimental ist einem Peter Weir am liebsten. Aber vor allem ist sein Film doch dies: Landschaft und Weite. Und vielleicht liegts eben in der Natur der Sache (oder in der Sache der Natur), dass die Weite die charakterliche Individualität verschluckt.“

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