BLAU IST EINE WARME FARBE

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In dem mit reichlich nackter Haut bebilderten Drama BLAU IST EINE WARME FARBE (Originaltitel: BLUE IS THE WARMEST COLOUR / La vie d’Adèle) des französischer Film- und Theaterregisseurs, Drehbuchautors und Schauspielers tunesischer Herkunft Abdellatif Kechiche, verliebt sich die vom pubertären Alltag frustrierte Schülerin Adèle in die geheimnisvolle Kunststudentin Emma, mit blauen Haaren.

BLAU IST EINE WARME FARBE

Bereits Abdellatif Kechiches großartiger Film L’Esquive (2004) spielte im schulischen Milieu und thematisierte den Alltag von Teenagern.

In BLAU IST EINE WARME FARBE beobachtet Kechiche erneut den Schulalltag und nimmt dabei die Sorgen und Ängste einer jungen Generation nicht auf die leichte Film-bzw. Unterhaltungsschulter. Respektvoll, grandios und ungemein dynamisch inszenierte er besonders wieder solche Szenen, welche die Stimmung des Schulmobs verdeutlichen bzw. was von anfänglicher Neugierde über Vorwürfe schließlich zum brutalen Ende im Film führt.

BLAU IST EINE WARME FARBE, Filmkritik

Der fast dreistündige Film, dessen Geschichte auf der Graphic Novel „Le Bleu est une couleur chaude“ von Julie Maroh basiert, regte zwar durch seine exzessiven grafischen Sexszenen bereits einige Kontroversen aus, gewann jedoch ungeachtet dessen souverän auf dem diesjährigen Fimfestival in Cannes die GOLDENE PALME.

Und ich bin der Meinung, das vollkommmen zu recht!
So überzeugen die beiden Hauptprotagonisten Adèle Exarchopoulos (DIE KINDER VON PARIS) und die 1985 in Paris geborene Léa Seydoux (MIDNIGHT IN PARIS, DIE SCHÖNE UND DAS BIEST) nicht nur die Jury unter dem Vorsitz von Steven Spielberg, sondern fast alle Filmkritiker ebenso. Trotz der positiven Resonanz und des künstlerischen Gesamtanspruchs ist der auf Intensität setzende und um Authentizität bemühte Film in zahlreichen Ländern aber nur in einer gekürzten Fassung zu sehen.

BLAU IST EINE WARME FARBE, Kinostart

In Deutschland kommt BLAU IST EINE WARME FARBE mit entsprechender Altersfreigabe ab dem 19. Dezember 2013 in voller Länge auf die große Kinoleinwand.

BLAU IST EINE WARME FARBE und das Thema Sexszenen

Weitaus distanzierter auf die Sexszenen angesprochen, äußert sich die Autorin Julie Maroh zur filmischen Umsetzung ihres Comic: „Abgesehen von wenigen Passagen gehen die meisten Szenen zu sehr ins Detail. Der sogenannte lesbischen Sex gleicht dem, was in Pornos gedreht und gezeigt wird.

Das hat mich gestört, insbesondere deshalb, weil in der Mitte des Films einige -vor allem männliche Zuschauer- begannen darüber zu kichern. Meine Meinung: Die Intimitäten wurden einfach nicht sehr überzeugend auf die Leinwand gebracht. Als feministisch und lesbischer Zuschauer kann ich nicht befürworten, was Kechiche zu dieser Frage zu bieten hat. Ich fand es ebenfalls lächerlich…“

BLAU IST EINE WARME FARBE, Filminhalt

Foto: Almonde Film
Foto: Almonde Film

Die 15-jährige Adèle (Adèle Exarchopoulos) ist eine sehr gute Schülerin und hat klare Vorstellungen von ihrer Zukunft: Sie möchte Lehrerin werden und Kinder unterrichten.

Ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit dem gutaussehenden Thomas (Jérémy Laheurte) hat sie hinter sich gebracht, ohne dabei die große Erfüllung zu finden. Erst später, als sie kurz vor ihrem 18. Geburtstag die Kunststudentin Emma (Léa Seydoux) kennenlernt, begreift sie, dass sie sich auch zu Frauen hingezogen fühlt.

Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre und Emma führt die mittlerweile als Assistenz-Pädagogin arbeitende Adèle in das Milieu der bildungsbürgerlichen Oberschicht ein – dem sie entstammt. Dort wird die angehende Lehrerin dank ihres Charmes und ihrer Natürlichkeit freundlich aufgenommen, aber ein gewisser Klassenunterschied und Adèles Unbehagen in der ungewohnten Umgebung bleibt spürbar.

Die Kunststudentin macht ihre jüngere Geliebte zu ihrer Muse und die verfällt ihr vollkommen. Als Emma einige Zeit mit ihrer schwangeren Ex-Freundin Lise (Mona Walravens) verbringt, reagiert die extrem eifersüchtige Adèle mit einer Kurzschlusshandlung: Wütend und einsam zieht sie los und reißt einen Mann auf…[ ]


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Alamode Film, [Filmstarts.de]

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