TRUE GRIT

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John Wayne, The Duke vs. Jeff Bridges, The Dude! Der klassische Western hat zweifellos schon bessere Zeiten gesehen. Nur noch selten verirrt sich ein Film dieses Genres in die Kinos.

TRUE GRIT

Wer, wenn nicht die Coen-Brüder, könnten das ändern?! Allein schon ihr Name klingt ein bisschen nach alten, abgehalfterten, schlitz-ohrigen Leinwandhelden mit rauchenden Colts in den Händen.

Apropos: Leider lange vorbei sind die Zeiten in denen ich als kleiner Junge am Samstagabend, nach dem „Wort zum Sonntag“, den Spät-Western auf der ARD schauen durfte – und noch ein bisschen wehmütiger werde ich bei dem Gedanke an jene Momente, in denen sich die ganze Familie zum Western-Nachmittag für die Serie RAUCHENDE COLTS (Originaltitel: GUNSMOKE), die bis 1975 in der „Kiste“ flimmerte, auf der elternlichen Couch versammelte.

Unvergessen darin der Marshal Matt Dillion (den es im Übrigen um 1873 tatsächlich gab) von Dodge City in Kansas. Er wurde von James Arness gespielt und bekam Mitte der 1960er-Jahre durch den Schauspieler und Countrysänger Ken Curtis, in der Rolle des ständig betrunkenen Hilfssheriffs Festus Haggen, prominente schlag- und schießwütige Unterstützung. Die deutsche Synchronstimme stammte von Gerd Duwner und wer sich daran erinnern kann (?!): Dies war ein wirklich unvergleichlicher Ohren-Schmaus.

TRUE GRIT, John Wayne (1969)

Und apropos alt und Vergangenheit: TRUE GRIT – VERGELTUNG soll laut Aussage von Ethan & Joel Coen kein Remake des gleichnamigen Klassikers von 1969, mit der Westernlegen John Wayne in der Hauptrolle sein. (deutscher Titel: DER MARSHAL) Vielmehr stellt TRUE GRIT – 2011 eine Neuinterpretation des Buches von Charles Porits dar. Insofern ist also der Roman die Referenz und nicht der Film mit John Wayne. Ob jedoch ein so stilvoller Western erneut auflegt werden musste oder nicht stattdessen besser ein tatsächlich neuer Stern am Western-Firmament hätte aufgehen können, darüber zu urteilen, bleibt natürlich dem geneigten Zuschauer überlassen.

Wie gesagt, bereits die alte Version von TRUE GRIT galt als Abgesang auf das Western-Genre. Die darin vom harten Leben als Cowboys gekennzeichnete Charaktere manövrierten sich in TRUE GRIT durch eine erbarmungslose Welt bzw. auf den unausweichlichen Abgrund zu. Und dennoch fand damals Alt-Star John Wayne, der für die Rolle den Oscar bekam, genug Gelegenheit, um als saufender Marshal mit Augenklappe eine gehörige Portion Selbstironie in den Film zu bringen.

TRUE GRIT, Jeff Bridges (2011)

Und wie schaut es nun im Kinojahr 2011 aus? Die 1954 bzw. 1957 in Minnesota, USA geborenen Brüder Joel und Ethan Coen sind u.a. mit dem Neo-Western NO COUNTRY FOR OLD MEN und der Komödie BURN AFTER READING längst  zu Weltruhm gelangt. Durch ihre individuelle Art des Aufbaus der Story und den meist „schräg“ agierenden Protagonisten verzaubern sie ganze Generationen von Kinogängern. Auch zählen die Filme der Coen-Brüder seit ‚eh her zu den heißen Kandidaten für die  jährlichen Oscar’s.

Diesmal gingen sie mit ihrem Action-Western TRUE GRIT jedoch vollkommen leer aus. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Film generell oder gar die Darsteller es nicht verdient hätten! Vielmehr ist es wohl dem „Gießkannenprinzip“ der Oscar-Verteilung geschuldet, dass sich 2011 „THE OLD MEN’S“  in Hollywood nicht für TRUE GRIT sondern für THE KINK’S SPEECH entschieden haben.

TRUE GRIT, Besetzung

Der abgehalfterte US-Marshal Rooster Cogburn wird von Jeff Bridges gespielt. Wie kein zweiter schafft es der Schauspieler, seine Charaktere mit faszinierender Glaubwürdigkeit zu verkörpern. Bereits im letzten Jahr erhielt Jeff Bridges für seine überragenden Leistungen in CRAZY HEART, die Geschichte um einen Countrysänger, bei dem nur Alkohol und Frauen die einzigen Konstanten im Leben sind, einen Oscar und auch in diesem Jahr zählte er aus meiner Sicht ganz klar zu den Favoriten.

Neben Jeff Bridges wartet TRUE GRIT mit weiterer Starbesetzung auf. So sind u.a. Matt Damon, Josh Brolin, Barry Pepper und Newcomerin Hailee Steinfeld zu sehen, die in Abhängigkeit von ihrem jungen Alter und der noch wenigen Filmerfahrung eine grandiose Vorstellung abliefert. Von ihr werden wir in Zukunft garantiert mehr zu Gesicht bekommen.

TRUE GRIT, Filmkritik

Die bildgewaltige Komposition entstand in Texas und New Mexico. Wie schon erwähnt: Neben großartigen, schauspielerischen Leistungen und einem relativ konventionellen Soundtrack von Carter Burwell, der mit der Ode an den unverwüstlichen Kampf eines Mädchens gegen das Böse, dem Song „Leaning On Everlasting Arms“ aus „Night Of The Hunter“ gekrönt wird, schufen die Coen-Brüder erneut ein beeindruckendes und in sich fest-geschlossenes Meisterwerk – stehen sie wieder mal als Garanten für wahre Filmfreude!!

Einfach ein Muß und das nicht nur für alle Western-Fans.

TRUE GRIT, Filminhalt

Die 14jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld, WHITOUT WINGS) ist fest entschlossen, den kaltblütigen Mord an ihrem Vater nicht ungesühnt zu lassen. Da die Behörden ihr nicht helfen, will sie den feigen Mörder Tom Chaney (Josh Brolin, AMERICAN GANGSTER, MILK, GANGSTER SQUAD) mit eigenen Mitteln seiner gerechten Strafe zuführen. Für 100 Dollar engagiert sie den trunksüchtigen und raubeinigen U.S. Marshall Rooster Cogburn (Jeff Bridges, MÄNNER, DIE AUF ZIEGEN STRARREN, TRON LEGACY ), der es mit dem Gesetz selbst alles andere als genau nimmt.

Widerwillig lässt er sich von Mattie überreden, sie auf die Jagd nach Chaney mit zu nehmen – quer durch die gesetzlosen Weiten der Prärie. Doch sie sind nicht allein, denn auch Texas Ranger LaBoeuf (Matt Damon, u.a. CHE: GUERRILLA) will den Flüchtigen stellen, um eine Kopfprämie zu kassieren, die auf Chaney wegen eines weiteren Mordes ausgesetzt ist. Unfreiwillig ziehen sie zu dritt weiter und schon bald kommt Mattie dem Mörder ihres Vaters gefährlich nah…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Paramount Pictures

TRUE GRIT, 9.8 out of 10 based on 6 ratings

2 Kommentare zu TRUE GRIT

  1. ein super film. jeff bridges so gut wie selten in szene gesetzt. mit einem guten regisseur ist der mann immer kult (big lebowski ..)

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