WIE BEIM ERSTEN MAL

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Die leider wenig pointenreiche und eher prüde wirkende Sex-Komödie WIE BEIM ERSTEN MAL (Originaltitel HOPE SPRINGS) ist eine weitere Zusammenarbeit von Regisseur David Frankel und der dreifachen Oscar-Preisträgerin Meryl Streep.

WIE BEIM ERSTEN MAL, Filmkritik

Nach dem großen Erfolg von DER TEUFEL TRÄGT PRADA ist dem mit Oscar und Emmy ausgezeichneten Filmemacher David Frankel trotz eines absoluten Traumpaares auf der Leinwand, kein weiteres Meisterstück des Genres gelungen.

So lassen die beiden Oscar-Preisträger Meryl Streep (DIE EISERNE LADY) und Tommy Lee Jones (COMPANY MEN) als auch Comedy-Star Steve Carell (DAN – MITTEN IM LEBEN), in dem Part eines allwissenden Ehe-Beraters, in WIE BEIM ERSTEN MAL den Wusch beim Zuschauer aufkommen, statt mit prüden Sex-Peinlichkeiten berieselt zu werden, dann doch lieber bzw. analog zu Arnold (Tommy Lee Jones) eine Golf-Schulung im TV anzuschauen…

Denn, der Therapeut gibt hinterfragungswürdige Tipps:

  • keine getrennten Schlafzimmer mehr (ER schnarcht)
  • zusammen umarmend einschlafen (geht eher schlecht, wenn ER schnarcht und die Leidenschaft längst im Tiefschlaf liegt)
  • über sexuelle Fantasien miteinander sprechen (besser nicht – der Scheidungsanwalt wäre wohl der nächste Termin)
  • Oral-Sex im Kino (wenn bisher kein „Bedürfnis“ bzw.nicht im heimischen Ehebett stattfindend, weshalb dann im öffentlichen Kino?!)

Sicher, ab und zu gibt es tatsächlich etwas zum Schmunzeln. Dennoch und wie bereits erwähnt beweist dieser Film, dass allein Top-Schauspieler und ein unbetritten guter Regisseur am Ende keine unterhaltsame Kinovorstellung garantieren. Geschweige denn, eine vergnüglich oder vielleicht sogar prickelnde Abhandlung zu dem Thema  „Liebe und Sex im Alter“!

Und in diesem Zusammenhang: Was hat eigentlich purer Sex mit vertrauter Liebe zu tun?

David Frankel

David Frankel wurde bereits neben dem von der Kritik viel beachteten Kinofilm MARLEY & ICH (2008), mit Owen Wilson und Jennifer Aniston in der Hauptrolle, auch für eine Reihe von bahnbrechenden Arbeiten fürs Fernsehen, die er als Autor, Regisseur oder Produzent betreute, geehrt. So erhielt er für den Pilotfilm der HBO-Serie ENTOURAGE eine Emmy-Nominierung. Für die HBO Zweiter-Weltkriegs-Saga BAND OF BROTHERS wurde Frankel mit einem Emmy in der Kategorie Beste Regie ausgezeichnet.

MERYL STREEP

In ihrer seit beinahe vier Jahrzehnten andauernden, außergewöhnlichen und ganz individuellen Karriere, die am Theater begann und über das Fernsehen zum Kino führte, spielte Meryl Streep eine Vielzahl von unterschiedlichen Charakteren.

Das mal etwas ganz „Großes“ aus ihr werden würde, zeichnet sich bereits sehr früh ab: Meryl Streep ging in New Jersey in die High School und schloss ihr Studium am Vasar College „cum laude“ ab. 1975 erhielt sie ihren MFA an der Universität Yale „with honors“.

Ihre Schauspielkarriere begann auf New Yorker Bühnen, wo sie sich bald als besonders wandlungsfähige und ausdrucksstarke Schauspielerin etablierte, Eigenschaften die bis heute ihr Merkmal geblieben sind…

WIE BEIM ERSTEN MAL, Bilder

WIE BEIM ERSTEN MAL, Filminhalt

Seit 30 Jahren sind Kay (Meryl Streep) und Arnold Soames (Tommy Lee Jones) verheiratet. Wie viele andere Paare haben die beiden sich im Laufe ihrer Ehe so sehr aneinander gewöhnt, dass mittlerweile jeder Tag einer fast choreographiert wirkenden Routine folgt.

Die Kinder sind längst aus dem Haus und zum Hochzeitstag schenkt man sich Praktisches. Doch insgeheim sehnt sich Kay nach mehr. Ein wenig Liebe, vielleicht ab und zu sogar Leidenschaft. Arnold dagegen will einfach seine Ruhe und die Sportsendung im TV…

Reichlich frustriert sucht Kay schließlich Rat in einer Buchhandlung. Und siehe da: Schnell findet sie ein gut gefülltes Regal mit Beziehungsratgebern vor und offenbar scheint sie nicht die einzige zu sein, die ihr Eheleben aufpeppen will.

Allerdings haben die meisten Bücher dubiose Titel wie „Retten Sie Ihr Sexualleben, indem Sie mit anderen schlafen“ – das geht Kay dann doch ein wenig zu weit.

Schließlich fällt ihr aber ein Buch in die Hände, das sie nicht sofort abstößt: „Sie können die Ehe führen, die Sie haben wollen“ von Dr. Bernard Feld (Steve Carell). „Sie glauben, gute Ehen wären nur etwas für andere Leute? Entdecken Sie ihr gemeinsames, aufregendes Leben“, liest Kay elektrisiert.

Wenigstens scheint dieser Paartherapeut kein durchgeknallter Sexguru zu sein. Kay beginnt noch auf dem Parkplatz zu lesen. Abends in ihrem einsamen Bett findet sie auf Dr. Felds Webseite eine Videobotschaft, die ihr noch mehr Mut macht. Zu ihm kämen Paare, die glaubten, dass ihre Ehe vorbei wäre, sagt Dr. Feld. Doch sei es niemals zu spät, wenn man ernsthaft versuchen wollen würde, den alten Zauber wieder zu finden. Nun, niemand will es so sehr versuchen wie Kay…

So nötigt sie ihren störrischen Arnold zu einer Reise in das romantische Städtchen Hope Springs, um sich in die Hände des berühmten Eheberaters Dr. Bernie Feld (Steve Carell) zu begeben.

Ihren Mann überhaupt dorthin zu bekommen, war schon schwer genug, doch als es darum geht, die festgefahrene Ehe-Routine und sogar die eingeschlafenen und noch nie besonders experimentierfreudigen Schlafzimmergewohnheiten auf den Kopf zu stellen, um den gewissen Funken in ihrer Ehe wieder zu entfachen, beginnt für Kay und Arnold das eigentliche Abenteuer – und für den Kinozuschauer, wie gesagt, kein großer Spaß!


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Wild Bunch Germany

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