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TOM SAWYER

 TOM SAWYER
Kinovorschau - Filmkritik für TOM SAWYER
Geschrieben von am 5.09.2011
Gelesen: 13157 · Heute: 2 · Zuletzt: 1. September 2014
Redaktionswertung: Post Rating 5 von 5 Sternen TOM SAWYER

Der Kinder – und Jugendfilm TOM SAWYER: Millionen sind mit Tom Sawyers Streichen und Abenteuern aufgewachsen. Der Roman von Mark Twain ist nach wie vor und über 130 Jahre nach seinem Erscheinen eines der bekanntesten Jugendbücher der Welt. Und wer wünschte sich als Kind nicht, so zu sein wie Tom, sich ebenso geschickt aus der […]

Regie: - Drehbuch: Sascha Arango
Produzent: Boris Schönfelder, Benjamin Herrmann
Darsteller: Louis Hofmann, Leon Seidl, Heike Makatsch, Benno Fürmann, Joachim Król, Peter Lohmeyer, Hinnerk Schönemann, Andreas Warmbrunn, Magali Greif u.a.
Genre: Kinderfilm / Abenteuer
Filmproduktion: Deutschland, 2010
Kinostart:
Musik: noch keine Angaben
FSK: 6 - Laufzeit: 109 Min.
Trailer: TOM SAWYER
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Ihre Filmwertung:
Rating: 7.6/10 (27 votes cast)

Der Kinder – und Jugendfilm TOM SAWYER: Millionen sind mit Tom Sawyers Streichen und Abenteuern aufgewachsen. Der Roman von Mark Twain ist nach wie vor und über 130 Jahre nach seinem Erscheinen eines der bekanntesten Jugendbücher der Welt.

Und wer wünschte sich als Kind nicht, so zu sein wie Tom, sich ebenso geschickt aus der Verantwortung stehlen zu können, jeden Tag spannende Abenteuer zu erleben, der Schwarm der Mädchen zu sein und vor allem einen Freund wie Huck Finn zu haben? Höchste Zeit für eine zeitgemäße Neuverfilmung!

TOM SAWYER, im Kino

Die fast einhellige Beurteilung der Kinofans: Nervenaufreibend, unterhaltsam und wild. Die Schauspieler Louis Hofmann, Leon Seidel und Heike Makatsch sind die Hauptakteure. Regie führte die bekannte Filmemacherin Hermine Huntgeburth (EFFI BRIEST), die ebenfalls das Drehbuch schrieb.

TOM SAWYER

Er stahl und log, benutze Schimpfwörter und unternahm Streiche am laufenden Band – Tom Sawyer war der erste rotzfreche Junge, der die Kinderherzen auf der Welt eroberte und sie wünschen ließ, sie könnten mit ihm auf seinem Floß den Mississippi hinunter paddeln. Er stand über 100 Jahre lang Pate für viele Helden der Kinderliteratur, von Peter Pan über Pippi Langstrumpf bis hin zu Michel aus Lönneberga. Dabei ist Tom Sawyer heute noch genauso gewitzt und cool wie vor über 100 Jahren.

TOM SAWYER, die Hintergrundgeschichte

Aber wer hat sich diesen unsterblichen Helden und seine großartigen Abenteuer eigentlich ausgedacht? Es war Samuel L. Clemens, der am 30. November 1835 in Florida, Missouri geboren wurde. Noch nie gehört? Kein Wunder, denn die Welt kennt ihn nur als “Mark Twain”, wie er sich selbst ab 1863 nannte, als er seine Schriftstellerkarriere… Aber nein, da sind wir ja noch nicht.

Also Samuel, oder Mark, wuchs in Missouri auf, in Hannibal, einer kleinen Stadt am Mississippi, in der bis heute zu seinen Ehren jedes Jahr ein Zaunstreichwettbewerb stattfindet. Mark führte ein ganz ähnliches Leben wie TOM SAWYER und viele der Begebenheiten und Streiche, die er in TOM SAWYER beschreibt, stammen, so ließ Twain selbst verlauten, aus seiner eigenen Kindheit und Jugend. Eine Tante Polly hatte er zwar nicht, aber sein Vater starb als er 11 Jahre alt war, so dass seine Mutter ihre 6 Kinder allein erzog – und sicher öfter mal so streng wie Tante Polly sein musste, damit ihr die Rasselbande nicht auf der Nase herum tanzte.

Samuel L. Clemens alias der Autor Mark Twain

Mark besuchte nur sehr kurz die Schule und bildete sich erst später selbst weiter, indem er Bücher in der Bibliothek las. Bevor er mit 29 Jahren als Journalist und Schriftsteller bekannt wurde, arbeitete er in sehr verschiedenen und zum Teil recht merkwürdigen Berufen: Als Drucker, Totengräber, Goldschürfer und Lotse auf einem Mississippidampfer. Vom Mississippi brachte er auch seinen Künstlernamen “Mark Twain” mit, der in der Seemannssprache “zwei Faden tief” (ungefähr 3,75 m) bedeutet.

1876 endlich, als Mark gerade 41 geworden war, brachte er die Geschichten von TOM SAWYER heraus und schuf damit einen Buchklassiker, den nicht bloß Kinder förmlich verschlangen, sondern gerade auch Erwachsene gierig lasen. Der Roman fand fast aus dem Stand weltweite Verbreitung – damals noch eine Sensation. Ein Grund dafür: Mark Twain wurde schon längst weltweit als Journalist und nun auch als Romanautor geschätzt, tourte häufig als Vortragsreisender durch Europa und hielt sich sogar auch längere Zeit in Deutschland auf. Besonders Berlin hatte es ihm angetan … die deutsche Sprache dagegen gar nicht, auch darüber gibt es ein Buch.

In den USA war er seit 1870 mit der Liebe seines Lebens, Olivia Langdon, verheiratet und bekam mit ihr vier, von ihm geradezu vergötterte Kinder. Doch leider meinte es das Schicksal nicht besonders gut mit ihm. Drei seiner Kinder und auch seine Frau starben vor ihm – im Alter von 75 Jahren verstarb Twain selbst tief traurig als gebrochener Mann – kurioserweise im Monat des Halleyschen Kometen, der schon im Monat seiner Geburt erschienen war.

Neben seiner Schriftstellerei versuchte sich Twain immer wieder auch als Unternehmer, jedoch ohne jeglichen Erfolg. Ganz im Gegenteil, was er mit seinen Vorträgen und der Schriftstellerei verdiente, verlor er, wenn er versuchte, Geschäfte zu machen. Genauso verhielt es sich mit seinen Erfindungen, denn Erfinder wollte er auch sein: drei Patente meldete er im Laufe seines Lebens an, eins für einen neuartigen elastischen Träger für Strümpfe und andere Kleidungsstücke, eins für ein Sammelalbum mit selbstklebenden Seiten und eins für ein Brettspiel, in dem es auf die korrekte Zuordnung von historischen Ereignissen und Jahreszahlen ankommt. Klingelt da was? – Der Mann war seiner Zeit eindeutig voraus!

Er schrieb natürlich unermüdlich weiter. 1884 folgte auf “Die Abenteuer des TOM SAWYER das Buch über Toms besten Kumpel Huckleberry Finn, das sogar noch berühmter wurde…

TOM SAWYER, Filminhalt

Tom Sawyer (Louis Hoffmann) hat den Kopf voller Streiche und treibt sich, wenn er nicht gerade ein neues Abenteuer ausheckt, am liebsten mit seinem besten Kumpel Huck Finn (Leon Seidel, WINTERTOCHTER) herum – sehr zum Leidwesen seiner Tante Polly (Heike Makatsch, u.a. HILDE, DIE TÜR), mit der Tom und Sid (Andreas Warmbrunn) im Städtchen St. Petersburg am Mississippi leben.

Seine Tante hat sich vorgenommen, Tom zu einem verantwortungsbewussten, anständigen Menschen zu erziehen. Doch er wehrt sich, so gut er kann: Ein Fantast, Pirat und Abenteurer wie er hat einfach keine Zeit, in die Schule zu gehen. Stattdessen verbringt er jede freie Minute bei Huck, der am Ortsrand in einer Tonne lebt und dort völlig unbeaufsichtigt seine Freiheit genießt.

Nur ein ganz außergewöhnliches Mädchen schafft es, Tom vom Herumstromern abzulenken: Becky Thatcher (Magali Greif, u.a. KINDER DES STURMS), die Tochter des Richters von St. Petersburg (Peter Lohmeyer, u.a. SOUL KITCHEN), die gerade neu in den Ort gezogen ist. Tom gibt alles, um ihr mit seinen Heldentaten zu imponieren.

Eines Tages führt eine ihrer Missionen Tom und Huck um Mitternacht auf den Friedhof des Ortes. Schnell stellen sie fest, dass sie nicht die einzigen sind, die sich dort zu nachtschlafender Zeit ‘rumtreiben. Sie müssen mit ansehen, wie Indianer Joe (u.a. JERICHOW) einen kaltblütigen Mord begeht und ihn dem trotteligen, aber unschuldigen Sargschreiner Muff Potter (Joachim Kròl, u.a. EIN LEBEN FÜR EIN LEBEN) in die Schuhe schiebt. Was sollen Tom und Huck nun machen? Ihr Mut wird auf eine schwere Probe gestellt…


Studio / Verleih / Bild-und Textnachweis: Majestic Filmverleih, Bernd Spauke, Michael Spalek

TOM SAWYER , 7.6 out of 10 based on 27 ratings

TOM SAWYER Trailer

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2 Antwort zu “TOM SAWYER”

  1. Peter Klein am 13.11.2011 um 21:25

    Grundsätzlich eine der besseren Verfilmungen von Tom Sawyer, da nicht zu glattgebügelt. Die Änderungen gegenüber der lit. Vorlage schaden dem Film nicht sehr. Benno Fürmann und Leon Seidel fand ich in ihren Rollen sehr gut. Allerdings würde ich den Film auch erst ab 10 Jahren empfehlen.

  2. frank hermes am 13.11.2011 um 20:03

    ich bin selbst mit den Geschichten aufgewachsen und liebe sie nach wie vor. Allerdings ist für DIESE Verfilmung eine Altersfreigabe von 6 Jahren völlig unrealistisch. Während der Preview standen fas alle Eltern (ich eingenommen) in der Mitte des Films auf und gingen, da die 6jährigen Kinder (meine Tocher ist knapp 7) mit den doch sehr realistischen, brutalen Szenen (Erdolchen, fast erhängen) nicht fertig wurden. Eine Altersfreigabe ab 9-10 ist m.E. realistischer.

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