DAS WOCHENENDE

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Die 1958 in München geborenen Regisseurin Nina Grosse (u.a. 2009 DER VERLORENE SOHN) konnte für die Verfilmung von Bernhard Schlinks RAF-Roman DAS WOCHENENDE (Originaltitel: THE WEEKEND) ein beeindruckendes, deutsches Schauspielerensemble vor der Kamera versammeln.

DAS WOCHENENDE, Besetzung

Neben Katja Riemann (TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER, AUSGERECHNET SIBIRIEN) und Sebastian Koch (UNKNOW IDENTITY) in den Hauptrollen, sind Tobias Moretti (JUD SÜSS – FILM OHNE GEWISSEN), Barbara Auer (EFFI BRIEST), Sylvester Groth (WHISKY MIT WODKA), Robert Gwisdek (OH BOY) sowie Elisa Schlott (FLIEGENDE FISCHE MÜSSEN INS MEER) zu sehen.

DAS WOCHENENDE

Natürlich sei an dieser Stelle erwähnt, dass es bereits einige Filme gibt, die sich mit der RAF oder den bis in die Neuzeit daraus resultierenden Konflikten auseinandersetzen. Im Besonderen, weil inhaltlich sehr ähnlich, sei das herausragende Drama ES KOMMT DER TAG von Susanne Schneider und mit Iris Berben (spielt eine untergetauchte RAF-Terroristin) sowie Katharina Schüttler (als deren bei Pflegeltern aufgewachsenen Tochter) in den Hauptrollen genannt.

Mindestens in dieser Liga spielt auch DAS WOCHENENDE, für den Nina Grosse und ihr Kameramann Benedict Neuenfels neben einem ausgezeichnet agierenden Cast wieder bestechende Bilder gefunden haben. Zusammen genommen bietet das ein kraftvolles und emotionales Stück Kinounterhaltung.

So erzählt der Film eindringlich von der Wucht, die Verletzungen aus der Vergangenheit bis in der Gegenwart erzeugen können. Oder konkret: Vor dem Hintergrund einer großen enttäuschten Liebe wird eine Geschichte von Freundschaft, Verrat und Aufbruch aufgezeigt, in deren Mittelpunkt ein begnadigter RAF-Ex-Häftling steht, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird…

DAS WOCHENENDE, Filmkritik

Weniger das scheibchenweise servierte Thema RAF, dafür mehr das von Anfang an volle Ausloten der Charaktere machen DAS WOCHENENDE zum Ohren- und Augenschmaus.

Dabei spielt natürlich auch die thematische Hinterfragung von Schuld und Anpassung eine zentrale Rolle – jedoch richtet die Regisseurin Nina Grosse, im Gegensatz zur Romanvorlage, ihr Augenmerk mehr auf die komplexe Entfremdung der einzelnen Hauptfiguren und deren Gefühle. Dies wiederum ist eine Steilvorlagen für alle beteiligten Protagonisten bzw. für eine herausragende Schauspielerleistung – zumal alle wirkliche Charakterköpfe sind und über eine gehörige Portion Egozentrik verfügen.

Ganz persönlich haben mir allerdings die beiden Youngster Robert Gwisdek (NVA, 3 ZIMMER, KÜCHE BAD) und Elisa Schlott (DIE FRAU VOM CHECKPOINT CHARLIE) gefallen. Letztere erinnerte mich sogar ein wenig an die Rolle von Scarlett Johansson in Woody Allens genialen Thriller MATCH POINT aus dem Jahr 2005.

Robert Gwisdek, der Sohn des Schauspielers Michael Gwisdek und der Schauspielerin Corinna Harfouch hingegen, dürfte spätestens nach diesem Auftritt sein Talent für ganz großes Rollenkino unter Beweis gestellt haben.

DAS WOCHENENDE, Bilder

DAS WOCHENENDE, Filminhalt

Ingas (Katja Riemann) geordnetes Leben gerät ins Wanken, als ihre Freundin Tina Kessler (Barbara Auer) sie zu einem Treffen mit Freunden in ihr Landhaus einlädt.

Der Anlass könnte für Inga nicht schockierender sein: Ihre Jugendliebe, das ehemalige RAF-Mitglied Jens Kessler (Sebastian Koch), wird überraschend nach 18 Jahren Haft entlassen. Inga will zunächst absagen, doch auf Drängen ihres Mannes Ulrich (Tobias Moretti) nimmt sie die Einladung an.

Sie verspürt wenig Lust, den Vater ihres gemeinsamen Sohnes Gregor (Robert Gwisdek) wieder zu sehen. Im Landhaus angekommen, treffen Inga und Ulrich auch auf Henner (Sylvester Groth), der damals zu ihrem engsten Kreis gehörte.

Was als Willkommenswochenende gedacht war, gerät zu einer Reise in die Vergangenheit. Alte Konflikte und Anschuldigungen kommen wieder hoch, und Jens‘ brennende Frage, wer ihn damals verraten hat, scheint in den Hintergrund zu treten. Alte und neue Überzeugungen und Lebensentwürfe prallen ungebremst aufeinander.

Die Situation eskaliert, als Gregor unerwartet auftaucht – auch er hat mit seinem Vater Jens eine offene Rechnung…


Studio / Verleih / Bild- und Textnachweis: Universum Film, SquareOne Entertainment

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